Ein Blick hinter die Kamera und in die Küche

Lisa Nieschlag

Seit langer langer Zeit habe ich einen Faible für gute Food-Fotos. Es stapeln sich Magazine mit Rezepten und Kochbüchern bei mir und schon als Jugendliche erinere ich mich daran, dass ich Rezepte mit guten Fotos in Ordnern sammelte und mir die Bilder oft und lang anschaute.

Aus diesem Faible ist inzwischen Beruf geworden, denn seit 2010 bin ich selbst unter die Kochbuch-Autoren und Food-Fotografen gegangen. Inzwischen sind 15 Kochbücher erschienen, bei denen ich zusammen mit Lars meist Autorin bin und bei denen auch die Food-Fotos von mir stammen. Das kameratechnische Grundwissen stammte aus meinem Design-Studium, die Weiterentwicklung des Wissens brachte ich mir selbst bei und feilte so lange an Komposition und Styling der Sets, bis ich 100% zufrieden war. Bis heute ist jedes Rezept, das ich in Bilder umsetze, ein Lernprozess und jedes Set eine neue Herausforderung. 

Beim Fotografieren von Food ist das Timing und die gute Organisation entscheidend. Fotografiere ich eine ganze Strecke, muss im Vorfeld das Gesamtkonzept stehen. Dazu gehört die Wahl der Farben, Requisiten, Unter- und Hintergründe. Entweder wird das Konzept mit dem Kunden abgestimmt oder es entsteht ganz bei mir. Dabei habe ich im Vorfeld schon immer Bilder-im-Kopf und eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie das fertige Food-Foto auch aussehen soll oder was für eine Anmutung die gesamte Bilder-Strecke haben soll. Ich arbeite auch viel mit Mood-Boards – meist stelle ich bei Pinterest Boards zusammen und so ergibt sich ein stimmiges Ganzes. Mit diesem Mood-Board werden dann die Requisiten gesucht und zusammengestellt.

Das Kochen und Backen muß immer zeitlich gut organisiert sein, denn es gibt bei den Rezepten immer Ruhe- oder Garzeiten, die natürlich eingehalten werden müssen, damit alles gelingt. Wenn man mit natürlichen Produkten arbeitet, ist Frische und oft auch Schnelligkeit immer wichtig. Denn Salate oder Kräuter werden nach einiger Zeit welk, Milchschaum fällt irgendwann zusammen oder Fleisch wird grau, wenn es zu lange steht. 

Jedes Rezept ist eine kulinarische und fotografische Herausforderung, schliesslich isst das Auge ja mit. Aber das Gute ist, dass am Ende eines Shooting-Tages tatsächlich alles aufgegessen werden kann! Freunde und Familie werden eingeladen, der Tisch gedeckt und Arbeit des Tages wird verspeist. 

www.lisanieschlag.de

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